Drei Namen bestimmen jedes ernsthafte Gespräch über Zahnimplantate in Europa: Straumann, der etablierte Schweizer Hersteller; Nobel Biocare, der schwedische Pionier der Versorgung ganzer Kiefer; und MIS, der israelische Hersteller, der sich einen großen Teil des mittleren Marktsegments gesichert hat. Die meisten Kliniken verwenden mindestens eines dieser drei Systeme. Manche nutzen alle drei und entscheiden von Fall zu Fall.
Die Frage, die Patienten uns am häufigsten stellen, lautet nicht „Welche Marke ist die beste?“ (die ehrliche Antwort: alle drei funktionieren), sondern „Welche passt zu meinem Fall, und was bekomme ich für den Preisunterschied?“. Dieser Ratgeber beantwortet beides, auf Grundlage veröffentlichter klinischer Daten und zwölf Jahren klinischer Erfahrung in unserer Klinik.
Die drei Systeme im Überblick
| Merkmal | Straumann | Nobel Biocare | MIS |
|---|---|---|---|
| Herkunftsland | Schweiz | Schweden / Schweiz | Israel |
| Gegründet | 1954 | 1981 (Brånemark) | 1995 |
| Überlebensrate (publizierte Studien) | 98,2 % nach 10 Jahren (Studie mit 1.692 Implantaten) | 98,8 % prothetisch (Malo, 471 Patienten, All-on-4, 10–18 Jahre) | 97,8 % (israelisches Register 2014–2022, nicht nach Marke aufgeschlüsselt) |
| Typische Stärke | Einzelimplantate, anspruchsvolle Fälle, Stellen mit Knochenaufbau | Festsitzende Versorgung ganzer Kiefer mit Sofortbelastung (All-on-4, All-on-6) | Unkomplizierte Einzel- und Mehrfachimplantate |
| Preisklasse | Premium | Premium | Mittelklasse |
| Kerntechnologie | SLActive- / SLA-Oberfläche | All-on-4-Konzept, TiUnite-Oberfläche | Implantatdesigns V3 / SEVEN |
Straumann: der klinische Maßstab
Straumann ist das Implantatsystem mit den umfangreichsten unabhängigen klinischen Daten. Die meistzitierte Langzeitstudie wertete 1.692 Straumann-Implantate vom Typ Tissue Level über zehn Jahre aus und berichtete eine kumulative Überlebensrate von 98,2 Prozent (veröffentlicht in Clinical Implant Dentistry and Related Research, 2018). Eine separate randomisierte kontrollierte Studie aus dem Jahr 2023 ergab nach zehn Jahren für Straumann-Implantate eine Überlebensrate von 96,8 Prozent auf Implantatebene und 100 Prozent auf Patientenebene, allerdings in einer deutlich kleineren Kohorte.
Bekannt ist Straumann vor allem für die SLA-Oberfläche (sandgestrahlt, grobkörnig, säuregeätzt) und ihre Weiterentwicklung SLActive. Diese Oberflächenbehandlungen vergrößern in den ersten Wochen der Heilung die Kontaktfläche zwischen Knochen und Implantat. Das verkürzt die Einheilzeit und verbessert die Ergebnisse bei Patienten mit eingeschränkter Knochenqualität. In der Praxis heißt das: Ein Patient mit Osteoporose oder grenzwertiger Knochendichte hat mit einem Straumann-SLActive-Implantat eine spürbar bessere Prognose als mit einer älteren, unbehandelten Oberfläche.
Wann wir bei Empire Straumann wählen: bei Einzelimplantaten im sichtbaren Frontzahnbereich, bei Patienten mit Osteoporose oder Typ-2-Diabetes, bei jedem Fall mit gleichzeitigem Knochenaufbau und bei Patienten, die ausdrücklich das Implantat mit der am längsten dokumentierten Erfolgsbilanz wünschen.
Nobel Biocare: der Pionier von All-on-4
Nobel Biocare geht auf Professor Per-Ingvar Brånemark zurück, den schwedischen Orthopäden, der 1952 die Osseointegration entdeckte und 1965 das erste moderne Zahnimplantat bei einem Patienten setzte. Das Unternehmen Nobel Biocare wurde 1981 gegründet, um Brånemarks Arbeit zu kommerzialisieren, und bewegt sich seither an der vordersten Front der klinischen Entwicklung.
Der wichtigste Beitrag des Systems zur modernen Zahnmedizin ist das All-on-4-Konzept, das Dr. Paulo Malo in Lissabon in den 1990er-Jahren entwickelte und das Nobel Biocare 2004 auf den Markt brachte. Die Idee: Ein vollständig zahnloser Kiefer lässt sich auf nur vier Implantaten versorgen (zwei gerade im Frontbereich, zwei nach hinten geneigt) statt auf sechs oder mehr, oft ohne Knochenaufbau. Dr. Malos eigene Langzeitstudie mit 471 Patienten (Unterkiefer, 10 bis 18 Jahre Nachbeobachtung) ergab eine kumulative prothetische Überlebensrate von 98,8 Prozent. Laut Nobel Biocare wurden weltweit inzwischen mehr als 250.000 Patienten nach diesem Konzept behandelt.
Wann wir bei Empire Nobel Biocare wählen: bei jeder Versorgung eines ganzen Kiefers (All-on-4, All-on-6, All-on-8), bei Patienten, die sonst vor der Implantation einen umfangreichen Knochenaufbau bräuchten, und bei Sofortversorgungen am selben Tag, bei denen die Bohrschablone entscheidend ist.
MIS: die Mittelklasse mit echten Daten
MIS (Medical Implant System) wurde 1995 im israelischen Shlomi gegründet und gehört heute zu den meistgesetzten Implantatmarken in Israel, mit einem nennenswerten Anteil am deutschen, britischen und südeuropäischen Markt. Die Positionierung ist pragmatisch: hochwertige Fertigung zu einem Preis deutlich unter Straumann oder Nobel Biocare, ausgerichtet auf unkomplizierte Fälle, in denen die Oberflächentechnologien der Premiummarken nicht entscheidend sind.
Unabhängige klinische Daten speziell zu MIS sind weniger umfangreich als bei den beiden Premiummarken. Einen Anhaltspunkt liefert eine große Registerstudie aus Israel, einem Markt, in dem MIS weit verbreitet ist: Von 158.824 Implantaten, die zwischen 2014 und 2022 in den Maccabi-Dent-Kliniken gesetzt wurden, gingen insgesamt 2,21 Prozent verloren, 1,56 Prozent davon früh, also während der Einheilphase. Diese Werte liegen in einer ähnlichen Größenordnung wie bei den Premiummarken. Die Studie schlüsselt ihre Ergebnisse allerdings nicht nach Hersteller auf, und der Beobachtungszeitraum ist kürzer als bei den Zehn-Jahres-Kohorten von Straumann.
Wann wir bei Empire MIS wählen: bei unkomplizierten Einzelimplantaten mit guter Knochenqualität, bei Patienten mit begrenztem Budget, die ein Markensystem mit lückenloser Rückverfolgbarkeit statt eines No-Name-Imports wünschen, und bei Mehrfachimplantaten bei gesunden, jüngeren Patienten, wenn ein System der Mittelklasse klinisch angemessen ist.
So finden Sie das richtige System für Ihren Fall
Ein guter Zahnarzt legt sich nicht auf eine Marke fest, bevor er den Fall gesehen hat. Diese fünf Faktoren entscheiden, welches System zu welchem Patienten passt.
Knochenqualität und Knochenangebot
Eine DVT-Aufnahme (3D-Röntgen, international CBCT) zeigt, wie viel gesunder Knochen die geplante Implantatstelle umgibt. Ist der Knochen dicht und ausreichend vorhanden, funktionieren alle drei Systeme gut. Ist er beeinträchtigt (Osteoporose, aufgebaute Areale, Extraktionsalveolen ohne ausreichende Ausheilung), sind eine Straumann-SLActive- oder eine Nobel-Biocare-TiUnite-Oberfläche unbehandelten Systemen in den ersten kritischen Wochen der Einheilung überlegen.
Komplexität und Belastung
Einzelimplantate in gutem Knochen sind mit jeder der drei Marken gut versorgt. Bei der Versorgung ganzer Kiefer mit Sofortbelastung (Zähne am selben Tag) spricht viel für Nobel Biocare, weil das All-on-4-Konzept genau für dieses Szenario entwickelt wurde und dafür am umfassendsten klinisch dokumentiert ist. Bei Implantaten in Bereichen, die per Sinuslift aufgebaut wurden, spricht die Oberflächenbiologie für Straumann.
Ästhetik im sichtbaren Bereich
Frontzähne verlangen klinischen Erfolg und ein Emergenzprofil, das mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. Straumann und Nobel Biocare bieten beide weichgewebsfreundliche Abutments mit nachweislich guten ästhetischen Ergebnissen. MIS fertigt ebenfalls gute ästhetische Abutments, allerdings ist die langfristige Stabilität des Weichgewebes weniger gut dokumentiert.
Vorerkrankungen und Medikamente
Patienten, die Bisphosphonate einnehmen, Patienten mit schlecht eingestelltem Diabetes, Patienten mit Autoimmunerkrankungen und starke Raucher haben ein verändertes Risikoprofil für Implantate. In diesen Fällen kann die Oberflächenchemie eines Top-Systems den Unterschied zwischen Einheilung und Implantatverlust ausmachen.
Budget, ganz ehrlich
Eine Einzelzahnversorgung mit Straumann oder Nobel Biocare kostet etwa 20 bis 30 Prozent mehr als der gleiche Fall mit einer Marke der Mittelklasse wie MIS. Bei einem einzelnen Zahn ist dieser Aufpreis im Verhältnis zu den Gesamtkosten gering. Bei einer Komplettsanierung mit zwölf Implantaten kann der Unterschied in Summe spürbar sein, und eine Kombination (Straumann, wo es darauf ankommt, MIS, wo es klinisch vertretbar ist) kann ein sinnvoller Mittelweg sein. Ein seriöser Zahnarzt bespricht diese Abwägung offen, statt automatisch zur teuersten Option zu greifen.
Was wir bei Empire verwenden und wie wir entscheiden
Wir halten alle drei Systeme vorrätig und setzen sie routinemäßig ein. Bei jedem neuen Fall fällt die Entscheidung nach der DVT-Aufnahme, nicht davor. Den Ausschlag geben die oben genannten Faktoren: zuerst die Knochenqualität, dann die Komplexität des Falls, dann der ästhetische Bereich, dann die Krankengeschichte und zuletzt das Budget.
Der Zahnarzt, der Ihren Fall beurteilt (bei Empire für die meisten Implantatbehandlungen Dr. Gersi Vercani), empfiehlt eine konkrete Marke und Implantatlinie und begründet das schriftlich. Die letzte Entscheidung liegt bei Ihnen. Wenn Sie für Ihr gutes Gefühl eine Premiummarke möchten, auch wo klinisch eine Marke der Mittelklasse genügen würde, setzen wir das um. Wenn Sie die kostengünstigste Option wünschen, die Ihr Fall zulässt, setzen wir auch das um. Was wir nicht tun: stillschweigend eine günstigere Marke einsetzen, nachdem Sie für eine Premiummarke bezahlt haben.
Jedes Implantat, das wir setzen, hat eine Seriennummer, die wir Ihnen am Ende der Behandlung schriftlich aushändigen. Damit können Sie die Echtheit direkt beim Hersteller prüfen. Fragen Sie jede Klinik, die Sie in Betracht ziehen, ob sie das ebenfalls kann.
Möchten Sie unsere ehrliche Empfehlung für Ihren Fall?
Schicken Sie uns ein Foto Ihres Lächelns und, falls vorhanden, ein Panoramaröntgenbild von Ihrem Zahnarzt zu Hause. Dr. Gersi sieht sich Ihre Unterlagen an und antwortet innerhalb von 24 Stunden mit einer schriftlichen Empfehlung, einschließlich der konkreten Implantatmarke und -linie, die wir verwenden würden, samt Begründung. Unverbindlich und ohne Druck.
Häufige Fragen
Lohnen sich Premium-Implantate trotz der Mehrkosten?+
Für die meisten Patienten ja. Der Unterschied zwischen einem Top-Implantat (Straumann, Nobel Biocare) und einem Budget-Implantat macht grob 20 bis 30 Prozent der gesamten Behandlungskosten aus, der Unterschied bei den dokumentierten Zehn-Jahres-Überlebensdaten ist jedoch erheblich. Top-Marken veröffentlichen Überlebensraten von 98 Prozent oder mehr aus großen Studienkohorten. Budget-Marken stützen sich oft auf abgewandelte Oberflächen älterer Systeme mit wenig unabhängigen Daten. Bei einem einzelnen Implantat sind die Mehrkosten gering im Vergleich zu dem, was eine fehlgeschlagene Behandlung und ihre Wiederholung kosten.
Was ist der Unterschied zwischen Straumann und Nobel Biocare?+
Beide sind erstklassige Implantatsysteme aus der Schweiz bzw. aus Schweden mit hervorragender klinischer Datenlage. Die Unterschiede sind überwiegend technischer Natur. Straumann hat die SLA-Oberfläche (sandgestrahlt, grobkörnig, säuregeätzt) entwickelt, die die knöcherne Einheilung beschleunigt. Nobel Biocare hat das All-on-4-Konzept für die Versorgung ganzer Kiefer auf geneigten Implantaten eingeführt und verfügt für genau diesen Ansatz über die umfassendste klinische Dokumentation. Bei Einzelimplantaten schneiden beide ähnlich ab. Bei der Versorgung ganzer Kiefer mit Sofortbelastung ist Nobel Biocare meist die Standardwahl.
Sind MIS-Implantate eine gute Wahl?+
MIS (Medical Implant System) ist ein israelischer Hersteller, dessen Implantate preislich unter Straumann und Nobel Biocare liegen. Die veröffentlichte klinische Datenlage ist schmaler als bei den beiden Premiummarken. Eine große Registerstudie der israelischen Maccabi-Dent-Kliniken mit 158.824 Implantaten aus den Jahren 2014 bis 2022 ergab über alle Eingriffe hinweg eine Verlustrate von 2,21 Prozent, schlüsselt die Ergebnisse allerdings nicht nach Hersteller auf. MIS ist eine vernünftige Option für unkomplizierte Fälle, wenn das Budget eine Rolle spielt, und wird in Israel, Großbritannien und Deutschland routinemäßig eingesetzt.
Kann die Klinik die Implantatmarke verwenden, die meine Versicherung verlangt?+
Manchmal. Wenn Ihre Versicherung für eine mögliche Erstattung bestimmte Unterlagen verlangt, lassen Sie sich Marke und Implantatlinie vor der Behandlung von der Klinik bestätigen. Bei Empire können wir je nach Vorgabe Ihrer Versicherung mit Straumann, Nobel Biocare, NobelReplace oder MIS arbeiten. Sie erhalten von uns die Seriennummer jedes gesetzten Implantats, damit Sie die Echtheit prüfen und Ihre Unterlagen korrekt einreichen können.
Wie prüfe ich, ob mein Implantat echt ist?+
Jedes Implantat von Straumann, Nobel Biocare und MIS wird mit einer eindeutigen Serien- oder Chargennummer ausgeliefert. Am Ende Ihrer Behandlung erhalten Sie von uns ein Dokument mit Marke, Produktlinie, Seriennummer jedes Implantats und Datum der Implantation. So können Sie die Echtheit bei Bedarf direkt beim Hersteller prüfen. Eine Klinik, die keine Seriennummer vorlegen kann, verwendet entweder eine Fälschung oder ein No-Name-Implantat, das als Premiumprodukt vermarktet wird.